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Bericht: Die Bahn kommt - in den Kindergarten

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Grafikelement"Supermäuse" der "Li-La-Launeburg" im Zug-Fieber
Jeder will mal Karten knipsen! "Wer will den Lokomotivführer spielen? Und den Schaffner?" Georg Schmitz braucht nicht lange zu fragen. Sofort recken sich dem Bahnangestellten viele Finger aus der Gruppe der "Supermäuse" im Kindergarten "Li-La-Launeburg" entgegen. Da der gelernte Lokführer Schmitz allerdings nur drei Posten zu verteilen hat, spielt er das Spiel "Eisenbahn" eben dreimal mit den Kindern. "So kommt auch jeder von euch einmal dran", beruhigt er die Mädchen und Jungen, die beim ersten Durchgang noch keine Rolle hatten. Alles im Fahrplan In Viererreihen werden die kleinen Stühle zum Zug aufgestellt. Der Kleinste aus der Gruppe wird zum Lokführer. Mit kleinen Hindernissen. Denn die Dienstmütze ist größer als der Kopf, die Jacke reicht bis auf den Boden. Trotzdem läuft alles fahrplanmäßig. "Wie war das denn noch im Film? Was muss alles gemacht werden, bis der Zug abfahren kann", fragt Georg Schmitz, der den Kindergarten im Rahmen des Projektes Mobilitätserziehung von der Regionalbahn Rheinland und dem Verkehrsclub Deutschland besucht.Na klar. Erst kontrolliert der Wagenmeister, ob technisch am Zug alles in Ordnung ist. Mit einem kleinen Hammer macht der Nachwuchs-Wagenmeister seine Runde um den Kindergarten-Zug. "Alles in Ordnung", meldet er dem Lokführer. "Tuut, tuut", ruft der mit leuchtenden Augen und will schon abfahren. "Halt. Ihr habt noch was vergessen", ruft Georg Schmitz. Schließlich haben die Schaffner noch nicht kontrolliert, ob alle Fahrgäste eingestiegen und die Türen geschlossen sind. "Da kann ja einer aus dem Zug rausfallen", erklärt der Profi-Lokführer. Die Kinder lachen. Mit einer grün umrandeten Kelle signalisiert die kleine Schaffnerin, dass alle Türen sicher geschlossen sind. Jetzt kann's endlich losgehen. "Na sowas! Habt Ihr denn alle eine Fahrkarte gezogen", fragt Schmitz. Die Kinder überlegen. Ein kleines Mädchen antwortet leise, dafür aber mit einem um so breiteren Grinsen auf den Lippen: "Oh, oh". Und jeder der Fahrgäste erhält ein Ticket. Bei den Birgeler Kindern sehr gefragt: der Job als Schaffner. Jeder will einmal die Fahrkarten kontrollieren und mit der Zange abknipsen.Am Ende der Stunde klappen die Abläufe bei der Abfahrt des Zuges fast wie von selber. Und zur Belohnung dürfen die Mädchen und Jungen raus spielen. Der nächste Schritt der Mobilitätserziehung von Kindern durch die Bahn sieht vor, dass Georg Schmitz mit den Vorschulkindern der Gruppe zum Bahnhof fährt. "Dann sehen die auch mal, wie das alles in Wirklichkeit abläuft." Noch ist das Projekt der Regionalbahn Rheinland und des Verkehrsclubs Deutschland in der Testphase. Ab dem Herbst sollen dann vermehrt Kindergärten und Grundschulen besucht werden.

2.Termin: Ich bin schon einmal mit dem Zug gefahren." "Ich auch!" Alle Kinder des Dürener Kindergartens "Im Eschfeld" wollen von ihren Erlebnissen berichten. Auf die Frage, was denn am Zugfahren besonders schön sei, fällt den Drei- bis Sechsjährigen eine Menge ein: "Da kann ich richtig rumlaufen." Munter springen einige von ihren kleinen Stühlen auf und heben den Finger, um auch etwas sagen zu dürfen. "Im Zug muss ich mich nicht anschnallen."Und ich habe da was gegessen".
Yvonne Pottkämper und Anja Muratovic, Auszubildende bei der DB Regionalbahn Rheinland, erzählen den Kindern von ihrer Arbeit: "Wir machen eine Ausbildung zur Kauffrau für Verkehrsservice und fahren jeden Tag Zug. Da kümmern wir uns um die Fahrgäste und kontrollieren die Fahrkarten. Immer ist etwas anderes los, nie ist es langweilig." Ein kurzer Film mit einem sprechenden Zug zeigt den Kindern den ereignisreichen Bahnalltag. Der Vorschlag, mit den Stühlen einen Zug zu bauen und den Film nachzuspielen, stößt auf Begeisterung: Eifrig schieben die Kinder Stühle in Reihen hintereinander. Und die Jobs als Lokführer, Bremsenprüfer und Fahrkartenkontrolleur sind schnell vergeben. Bahn frei für das junge Personal: Im DB-Originalkostüm spielen Kindergartenkinder eine Zugfahrt nach. Stolz verkleiden sich die Kleinen mit den Uniformen der Auszubildenden. Zuerst müssen die Bremsen des Zuges durch Hammerschläge gecheckt werden. Dann geht ein Signal an die Lokführerin und die Fahrt kann beginnen. Jetzt heißt es Fahrkarten kontrollieren. Auch wenn der leinen "Bahnmitarbeiterin" die zu große Mütze ins Gesicht rutscht oder die Jackenärmel immer wieder über den Händen hängen: Ernst und gewissenhaft geht sie durch die Reihen, schaut sich die buntbedruckten Kinderfahrscheine an und stempelt sie ab.
"Wir wollen auf spielerische Weise Interesse für das Verkehrsmittel Bahn wecken", begründet Georg Schmitz vom VCD Kreisverband Aachen-Düren die Aktion. Der Kreisverband hat das Projekt zusammen mit der Regionalbahn Rheinland ins Leben gerufen und organisiert beispielsweise auch Bahnhofsbesichtigungen für Schulkinder.
In der Pause schenken die DB-Mitarbeiterinnen dem Kindergarten ein Bahn-Memory und verteilen Unterlagen für die Mobilitätsserziehung zuhause. Während drinnen die Erzieherinnen Buntstifte für die Malvorlagen zum Thema Bahn bereitlegen, drücken sich die Kinder auf dem Pausenhof die Nasen an der Scheibe platt, um ja nichts zu verpassen.
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