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Australien

Reisebericht Australien

Um Sie/ dich etwas auf die Reise durch Australien „mitzunehmen“ wechselt die Zeit in diesem Bericht gelegentlich. Die Notizen wurden einfach nur abgetippt und sind meist in der Gegenwart belassen, z.T. kommt aber auch die Vergangenheit vor, z.B. wenn etwas später aufgeschrieben wurde. Dies wurde bewußt nicht verändert! Viel Spaß beim Lesen!

Die Vorbereitungen: 2. Mai 2003 - Noch genau eine Woche, dann geht es los. Mein Traumurlaub steht an. Nach vielen schönen Reisen in Europa, die i.d.R. mit der Bahn unternommen wurden, soll es nun einmal eine Fernreise sein. Und damit das ökologische Gewissen nicht ganz so belastet wird, sind vier Wochen geplant. Die Reiseunterlagen habe ich alle zusammen. Mit verschiedenen Reiseführern und zwei Videos habe ich mich etwas auf das Land vorbereitet. Aber wer soll sich das alles merken :-) Zum Glück haben wir ja einen Reiseführer, der uns das Land näher bringen wird. Immerhin habe ich nun schon drei mal gelesen, dass man den Ayers Rock, den heiligen Berg der Aborigines, aus Rücksichtnahme nicht besteigen soll. Natürlich habe ich bei der Tourenplanung bei Wikinger- Reisen auch die Homepage besucht. Nachdem ich dort interessante Berichte gelesen habe, aber viele Fragen für mich noch offen waren, entschloß ich mich, auch einen Reisebericht zu beginnen. Ich bearbeite nun also die Tasten, als eigene Erinnerung für mich selbst und um nachfolgenden Australienurlaubern einen ganz subjektiven Eindruck von der Reise zu geben. Leider liegt ein Schatten mit vier Buchstaben auf der Vorfreude. SARS sind die Buchstaben, die seit Wochen die Nachrichtensendungen beherrschen. Ob es uns betrifft? Wie man sich schützen sollte? Viele Fragen - und nur unzureichende Antworten. Aber zunächst muß ich mal meine schlimme Erkältung loswerden, sonst hebt in einer Woche der Flieger noch ohne mich ab.

Samstag, 10.5.2003, 10 Uhr MESZ
Der Monitor im Sitz vor mir im Flieger zeigt mir an, dass wir irgendwo über dem Indischen Ozean sind und etwa auf Phuket in Thailand zufliegen. Die Geschwindigkeit beträgt rund 900 km/h, die Flughöhe 11000 Meter und die Außentemperatur angenehme 40 Grad C – Minus!
OK,- dann dürfen die Klimaanlagen auch so laut sein ?
Schlafen kann ich zwar nicht richtig, aber irgendwie ist der Flug nicht so schlimm, wie ich es befürchtet hatte. Ich fühle mich recht wohl, vermutlich wegen der Vorfreude auf das, was da wohl kommen mag. Schade nur, dass im Bordprogramm nur ein einziger Film in deutscher Sprache läuft und dass die Fensterrollos wegen der Nachtruhe geschlossen sind. Natürlich habe ich in der allerletzten Reihe mal rausgeschaut und schöne Blicke mitbekommen. Ankunft in Singapur, das bedeutet Thermoscan. Wegen SARS müssen wir durch einen zusätzlichen Check – und prompt wird Bernhard, ein Mitglied der Gruppe aus Duisburg, rausgefischt. Im Gespräch mit dem Arzt und Fiebermessen darf er zum Glück doch weiterreisen. Die Lungenkrankheit lähmt das öffentliche Leben, wir zumindest halten alle Abstand von Menschenansammlungen und sehen uns den Flughafen nur sehr vorsichtig an. Dementsprechend lang werden uns die fast 5 Stunden bis zum Weiterflug. Der Flughafen gefällt mir sehr gut, es gibt an einem Hotel sogar einen Swimmingpool und der Cappuccino in der Pianobar schmeckt sehr gut. Den Skytrain und somit das Terminal 2 spare ich mir aber aus o.g. Gründen lieber.

Sonntag, 11.Mai: Wir sind gut in Darwin angekommen, alles nicht so schlimm wie zuerst befürchtet.
Die Reiseleiter Marc und Bruno erwarten uns am Flughafen. Obwohl sie nicht als Wikinger Reiseleiter zu erkennen sind, finden wir uns auf dem sehr überschaubaren Flughafen doch irgendwie. Ja, das Klima merkt man doch - nachts um vier fangen wir schon an zu schwitzen. Um mit der Zeitverschiebung schnell klar zu kommen „verbietet“ Marc uns, nun zu schlafen. Nachdem wir uns im Hotel „Topend“ duschen konnten, gehen wir durch die Stadt und machen eine morgendliche Stadtführung. Morgens um 6 ist die Welt noch in Ordnung :-). Wir frühstücken in einem Cafe.
Mein Eindruck: Ganz nett hier, v.a. das schöne Wetter und die Palmen, aber nicht umwerfend. Die Mittagszeit verbringe ich am Pool, gegen 15 Uhr starten dann einige aus der Gruppe mit mir zu einer weiteren Erkundungstour, u.a. zum Botanischen Garten. Wir erlauben uns den „Luxus“ auf die Fahrt mit dem Kleinbus zu verzichten. Am Strand von Darwin treffen wir uns alle wieder auf dem „Mindil Beach Market“ und schauen uns dann noch den schönen Sonnenuntergang an, bevor wir am Hotel erstmals gemeinsam zu Abend essen.

Montag, 12.Mai: Wir fahren in den Kakadu Nationalpark. Bereits mitten in Darwin sitzt eine Eidechse auf der Straße und Marc wird zum Lebensretter, indem er freundlich auf die Bremse tritt. Wir fahren über den Arnhem Highway nach Jabiru, dem zentralen Ort des Kakadu NP und Versorgungszentrum der Uranmine. Unterwegs sehen wir u.a. die Termitenhügel.
Am Zeltplatz in Jabiru lockt ein wunderschöner Pool.
Zu unserem zweiten Sonnenuntergang geht es heute an den Ubirr Rock, eine bekannte Felsregion mit Felsenbildern der Aborigines. Wenige Wochen zuvor, stand ein großer Teil der Landschaft, die wir hier sehen, noch unter Wasser. Wir erfahren, dass wir auch wegen Überflutung einer Straße unsere Tour etwas umplanen müssen.

Dienstag, 13.Mai: Nach einem frühen Bad im tollen Pool des Campingplatzes frühstücken wir gemütlich. Wir besuchen das Nationalpark – Infozentrum, schauen uns am Nourlange Rock und am Mibaru - Billabong um und besteigen einen kleinen Hügel mit schöner Aussicht über Teile des Kakadu NP. Auf der Fahrt zum Yellow Waters (Fluß) sehen wir direkt an der Straße brennenden Wald und lassen uns von Marc die Hintergründe etwas genauer erläutern.
Am Yellow Water erleben wir auf einer Bootstour zahlreiche Vögel und die gefährlichen Salzwasserkrokodile (Salties) aus nächster Nähe und genießen wieder einen schönen Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen inmitten von zahlreichen Mücken, die in uns Deutschen wohl die Lieblingsspeise entdeckt hatten, ging ich Duschen. Während ich an die tolle Bootstour denke, sehe ich plötzlich über mir die zwei Spanner. Eine kleine Echse hängt keck an der Wand und ein Minifrosch sitzt auf einer Fliesenkante,- gerade so, als ob es eine Selbstverständlichkeit wäre. Ich muß innerlich lachen und gehe schmunzelnd zurück zum Zelt. Tipp: Wegen der Mückenplage diesen Zeltplatz unbedingt meiden!!!

Mittwoch, 14.Mai: Wir betrachten die Vogelwelt während eines herrlichen Sonnenaufgangs am Yellow Waters und sehen wieder Seeadler, Kakadus, Jabirus usw.! Nach dem Frühstück und einem kurzen Besuch im Aborigines Kulturzentrum brechen wir in Richtung Gunlom Falls (Waterfall Creek) auf. Unser Tagesziel wurde durch den Film Krokodile Dundee bekannt. Marc ist wieder Tierfreund,- durch eine Vollbremsung kann ein Wallabi noch vor dem Bus forthüpfen. Zum Glück wurde das erste von uns in Australien gesehene Känguruh nicht gleich unser Opfer! An dem Wasserfall gibt es tolle Badeplätze und schöne Felsen. Als Kletterer juckt es mir in den Fingern,- aber angesichts all der Schlangen und giftigen Spinnen, die der Reiseführer erwähnt, halte ich mich mit Aktivitäten sehr zurück. Außerdem darf man sich hier auch wirklich keine Verletzung leisten. Denn bis ein Notruf getätigt ist und Hilfe eintrifft, würden hier wohl Stunden vergehen.

Donnerstag, 15.Mai: Über 40 Kilometer Buschpiste geht es zurück zum geteerten Kakadu Highway, auf dem wir nach Pine Creek fahren. Anschließend geht es über den Stuart Highway nach Katherine. Die Orte erinnern an Bilder aus Amerika,- großzügig dimemsionierte Straßen, flache, meist sehr langweilige Gebäude. Pine Creek macht auf der Karte den Eindruck eines bedeutsamen Ortes, ist in Wirklichkeit aber kaum wahrnehmbar. Ein schöner Fleck Erde ist wieder Edith Falls, ein Wasserfall mit schönem See zum Baden. Wunderbar sind die vielen Fische im glasklaren Wasser zu erkennen. Schade, dass ich keine Taucherbrille dabei habe.

Freitag, 16.Mai: Das war heute ein richtig schöner Urlaubstag! Wir brauchten heute mal nicht fahren, sondern sind schon früh losgewandert, um der großen Hitze zu entgehen. Mit Bernhard und Maria steige ich zu zwei schönen Aussichtspunkten oberhalb der Katherine George Schlucht auf. Aber auch eine nur 10 Kilometer lange Tour kann bei australischer Sonne ganz schön schlauchen! Wir waren froh, als wir mittags wieder am Wasser waren und baden konnten. Die Sweetis, die Süßwasserkrokodile, haben uns tatsächlich in Ruhe gelassen, so wie uns die Schilder und Marc es angekündigt hatten. O.K., wir haben sie ja auch in Ruhe gelassen ?. Ich habe mich mit verschiedenen Leuten aus verschiedenen Ländern unterhalten und war so wieder einmal gezwungen, meine “tollen” Englischkenntnisse zu vertiefen. Am Nachmittag haben wir dann bei einer Bootstour die Schlucht bis zum Ende des zweiten Sektors kennengelernt. Meine Probleme mit dem Klima (Kopfschmerzen, usw.), die mich gestern etwas gebremst haben, sind heute nicht mehr aufgetreten. Vermutlich weil es eine trockenere Wärme ist, als im nördlicheren Bereich.
Ich sitze nun hier im Nitmiluk- Infozentrum gemütlich bei einem Cappucino und lese etwas im Reiseroman. Ich genieße die schöne Stimmung und merke, dass ich so langsam im Urlaub “ankomme”.


Samstag, 17.Mai: Der Zeltplatz scheint bevorzugter Lebensraum der Wallabis zu sein, bei Tag und besonders bei Nacht, sieht man hier jede Menge der kleinen Känguruhs. Wir fahren von Katherine nach Mataranka, wo uns wieder ein toller Badeplatz erwartet. Es gibt in wunderschöner Lage einen natürlichen Warmwasserpool (34 Grad) und zur Abkühlung eine weitere Bademöglichkeit in einem Fluß. Ein nachgebautes altes Haus zeigt frühere Lebensweisen auf und erinnert an den Roman und Film “We of the Never Never”.
An der Straße liegen heute oft tote Tiere, viele Känguruhs und auch ein Rind. “Roadtrains sind die Laster mit drei Anhängern auf den langen Strecken durchs Land - und Roadtrains bremsen nie für Tiere” lernen wir von Marc. Bei Bremswegen von etlichen hunderten Metern brauchen die Trucks es auch eigentlich nicht versuchen, daher ist der Rammschutz extrem stabil gebaut. Wir fahren nach Daly Waters. Der einzige Ort in weitem Umkreis besteht aus einem inzwischen schon recht bekannten alten Pub mit Tanksäule und Zeltplatz, sowie etwa 10 einfachen Häusern. Ein Viehtreiber “parkt” seinen Hubschrauber vor der Tür, um Essen zu gehen. Diesen Ort einmal ausgenommen, gleicht lange Zeit ein Bild dem Nächsten, - Busch, Busch, Busch.
Aber so ist das wohl mit dem Outback. Es ist alles so riesig, dass manches kaum auf Karten erfasst ist,- und manchmal ist auch schlicht nichts da, was man erfassen könnte. Selbst der inzwischen recht bekannte Landesteil rund um den Uluru interessiert erst seit einigen Jahrzehnten die Welt.
Man kann auch nicht ganz genau sagen, wo denn nun das Outback anfängt oder aufhört. Für viele Australier ist alles auch nur annähernd ländliche der “Busch” - und ab einem nicht näher zu bestimmenden Ort wird aus dem Busch das Outback. Fährt man dann zweitausend Kilometer weiter, kommt man wieder in den Busch, dann kommt eine Stadt und schließlich wieder das Meer. So einfach ist das in Australien :-).
An Daly Waters sind wir eindeutig “Mitten im Nirgendwo”, 300 Km nach Norden und 400 km nach Süden nur Buschland/ Steppe - ohne echte Höhepunkte. Die Kneipe scheint der Mittelpunkt des Landes zu sein,- die Werte ändern sich hier draußen.

Sonntag, 18.Mai. Wir fahren die weite Strecke bis Devils Marbles. Die unden Steine tauchen mitten im Buschland ziemlich unerwartet auf, beeindrucken dafür aber um so mehr. Wir erkunden bei untergehender Sonne etwas die Gegend und schauen uns auf dem höchsten Felsen den Sonnenuntergang an. Das Abendessen findet um 18 Uhr bereits im Schein von Kerzen, Gaslampe und Taschenlampen statt, denn es ist schon früh dunkel. Wir erleben einen tollen Sternenhimmel. Ich glaube, ich habe nie zuvor so viele Sterne so klar gesehen und so intensiv erlebt. Es ist einfach genial, einige hundert Meter abseits des Lagerplatzes in absolut dunkler Umgebung in den Himmel zu schauen. Um 20.30 Uhr etwa ist das „Wunder“ vorbei,- der Mond „geht auf“ und durch den hellen Schein ändert sich der Eindruck stark. Die Hälfte der Sterne ist nicht mehr auszumachen, dafür sind aber nun die kleinen Wolken zu sehen, die langsam vorüberziehen. Ich schlafe diesmal als Einziger draußen unter freiem Himmel. Bruno meinte, es wäre kein Risiko. Als ich nachts aufwache, schaue ich in den klaren Himmel hinauf und freue mich über den Blick.

Montag, 19.Mai: Nach dem Sonnenaufgang, den ich mit Fotoapparat „bewaffnet“ auf einem Felsen erlebe, gibt es ein schnelles Frühstück im Stehen, denn mit uns sind auch tausende Fliegen aufgewacht und hängen uns im Gesicht. Echt schrecklich, diese Fliegen. Draußen laufen wir z.T. mit einem Fliegennetz über dem Kopf rum, andere machen ständig den Aussie- Gruss
( „Scheibenwischer“ ), um die Fliegen zu vertreiben. Im Laufe des Tages bemerken wir Stiche an den Beinen, die offensichtlich anders sind, als die üblichen Mückenstiche. Wir überlegen gemeinsam und kommen zum Entschluß, dass es Sandflöhe gewesen sein müssen, die uns da als Nachtmahl auserkoren hatten. Na ja, jetzt läßt sich nichts mehr ändern, Mückengel drauf und abwarten. Es machte wohl keinen Unterschied, ob man im Zelt oder draußen geschlafen hat, denn alle haben diese Stiche. Wir fahren nach Alice Springs und schauen uns dort nachmittags die Stadt an. Es ist deutlich angenehmer, d.h. kühler, als im Norden. Zum Laufen ist das wirklich schön, nur leider sind nun die Pools so kalt, dass es eine echte Herausforderung darstellt, einige Bahnen zu schwimmen. Nach dem Stadtbummel sitze ich noch rund zwei Stunden am Pool des Zeltplatzes und schreibe Karten und diesen Bericht, ehe wir den Abend dann wieder in der Stadt, verbringen. In einer urigen Aussiekneipe mit Restaurant esse ich einmal Känguruh und ab 21 Uhr gibt es gute Livemusik.

Donnerstag, 20.Mai : Da die Fahrt zum Kings Canjon nun wirklich nicht viele neue Bilder bietet,- nur Busch, Busch, Busch,- freue ich mich über Marcs CD Player und höre wieder mal die inoffizielle Aussie Hymne Mathilda und anschließend noch einige Sachen mehr. Am Abend war es dann endlich soweit: Ich konnte mir mein eigenes Geburtstagsgeschenk machen und ging mit Rolf für 30 Minuten mit dem Helikopter in die Luft. Wir sahen die endlose Weite und in der Ferne bereits Ayers Rock und Olgas, drehten zwei oder drei Runden über dem Kings Canjon und sahen auf dem Rückweg neben vielen ausgetrockneten Flußläufen auch weitere tolle Felsabbrüche und Wildpferde. Der Flug ist absolut genial und ein echter Höhepunkt des Urlaubs. Oft habe ich mich in der Natur über Fluglärm geärgert oder zumindest gefragt, ob es nicht vermeidbar sei, - aber diesmal habe ich selbst gar kein schlechtes Gewissen. Es ist einfach ein riesiges Land mit minimaler Besiedelung und die Tiere reagierten in keinster weise auf den Heli. Der Flug ist das schönste Geburtstagsgeschenk seit langem, auch wenn ich es mir selbst gemacht habe und es eigentlich noch etwas zu früh dafür ist.

Mittwoch, 21.5. - Mein Geburtstag!
Zum Frühstück um 6 Uhr sitzen wir schon wieder am Lagerfeuer. Manche/r würde Marc dafür wohl gerne lynchen - ;-) na ja, nicht wirklich, es ist ja ganz gemütlich, mir gefällt es. Wir wissen ja auch, warum es diesmal so früh los geht: Wir werden am Kings Canjon drei Stunden bergauf und bergab wandern und wollen der Mittagshitze entgehen. Es ist eine wunderbare Wanderung mit grandiosen Blicken. Da es nicht zu heiß ist, wird die Tour für mich zum schönsten Walk des Nothern Territory. Auf der Fahrt zum Ayers Rock Resort (Julara) halten wir nur einmal an, um den Mount Conner auf der einen Seite und den Salzsee Lake Amadeus auf der anderen Seite zu sehen.
Hier entstehen die ersten schönen Fotos mit dem roten Sand, also sind wir zweifelsfrei im „roten Zentrum“, von dem man so oft liest. Der „Lake“ ist allerdings genauso trocken, wie der Rest der Landschaft, durch den wir seit über einer Stunde fahren. Kurz darauf sehen wir, wie schwarze Adler ein totes Känguruh zerlegen. Es sind die kleinen Dinge, die die längere Fahrt auflockern. Rund 30 km vor dem ziel, tauchen Ayers Rock und Olgas vor uns auf. Schon eigenartig, wie die Felsen so plötzlich aus dem nichts heraus vor uns auftauchen. So langsam wachen im Bus alle wieder auf und genießen die neuen Blicke.

Donnerstag, 22.Mai: Um 6 Uhr fahren wir zum Sonnenaufgang und machen uns unser Frühstück mit Blick auf den Ayers Rock (Uluru) anschließend wandern wir rund um den Berg. Selbst wenn jemand ohne Rücksicht auf die Gefühle und Wünsche der Aborigines vorgehabt hätte, den Uluru zu besteigen, wäre er sicher beim Anblick der Menschenmassen am Einstieg des einzigen zulässigen Aufstieges zur Besinnung gekommen. Zahlreiche Touristen starten den Aufstieg, obwohl in jedem Reiseführer und Infozentrum über die religiösen Gründe berichtet wird, die einer Besteigung entgegenstehen. Wie Ameisen kämpfen sie sich an einem Seil entlang hinauf und gehässig schließen wir Wetten ab, wer denn nun zuerst schlapp machen wird. Auf dem Weg rund um den Berg sehen wir auch junge Leute bei einem Ökoarbeitseinsatz. Infos zu sinnvollen und preiswerten Arbeitsaufenthalten gibt es bei der Organisation „Conservation Volunteers“ – www.atcv.com.au). Es gibt rund um den Berg immer wieder neue und schöne Blicke und Eindrücke, aber unterm Strich enttäuscht dieser dreistündige Walk doch etwas. Die am Nachmittag anschließende Tour durch das Valley of Winds in den Olgas gefällt uns allen da schon viel besser, denn es gibt immer wieder neue, tolle Blicke, es ist zudem auch viel weniger los es geht bergauf und bergab und ist zum Glück etwas windig und nicht zu heiß. Nach dem inzwischen fast obligatorischen Sonnenuntergang und dem Abendessen sitzen wir noch schön zusammen, denn unser Guide Marc Lang verabschiedet sich an diesem Abend. Den Rest der Tour wird Bruno Meier unser Tourleiter sein.

Freistag, 23.Mai: Heute werden die Zelte zum letzten Mal abgebaut, denn wir fliegen nach Cairns. Wie auf Bestellung gibt es die erste kurze Regenschauer des Urlaubs und wir müssen zunächst mal alles trocknen lassen. Aber wir haben Zeit genug und besuchen zum Abschluß dieser Urlaubshälfte noch das Kulturzentrum am Uluru. Ich genieße es, auf dem Weg von hier Richtung Uluru einmal ganz alleine ein Stück durch das Buschland zu laufen und fotografiere die trockenen Baumstümpfe im roten Sand. Gegen 13 Uhr sind wir am Flughafen von Julara und fliegen um 15.15 Uhr ab, um nach etwas drei Stunden in Cairns zu landen. Dort bringt uns ein Bus zum Campingplatz mit den Cabbins. Da es schon dunkel ist, machen wir nur eine kleine Erkundungstour rund um den Platz.

Sonntag, 25.Mai: Ich muß einen Tag im Tagebuch, den 24.5., nachtragen. Das Schnorcheln im Great Barrier Reef gestern sollte ein Höhepunkt des Urlaubs werden,- was hatte mein Bruder mir davon vorgeschwärmt. Aber es war gestern wohl nicht so „mein Tag“. Ich habe zunächst von den Erläuterungen auf dem Schiff auf Englisch kaum etwas verstanden und beim Schnorcheln hatte ich dann ständig Wasser in Wund, Nase und Augen. Ich habe das Salzwasser verflucht und konnte die absolut umwerfende Unterwasserwelt nur eingeschränkt genießen. Demnächst werde ich wohl mal einen Einführungskurs Schnorcheln/ Tauchen machen, um in weiteren Urlauben gerüstet zu sein. Außerdem habe ich den Rücken beim Einschmieren vergessen und mir beim Schnorcheln hoffnungslos den Rücken verbrannt – und auf der Rückfahrt schaukelte dann das Boot auch noch sehr stark, so dass mir ziemlich übel wurde! Aber nur, weil es halt nicht mein Tag war, will ich die Unternehmung nicht grundsätzlich schlecht machen – die Postkarten zeigen, wie toll es sein kann. Heute stehe ich wieder auf festem Boden und trotz des verbrannten Rückens geht es mir wieder deutlich besser. Ich fotografierte heute u.a. den Usylis, den tollen blauen Schmetterling, den wir mehrfach sahen. Wir machten bei einem Tagesausflug eine Bootsfahrt auf dem Daintree River, eine kurze Tour im Regenwald und sahen u.a. den bekannten Ort Port Douglas.

Montag, 26.Mai: Der heutige Tag galt nochmals dem Regenwald. Wir fuhren mit einer Seilbahn über die Spitzen der Regenwaldbäume hinweg nach Kuranda. Dort besuchte ich die Bird-World (Vogelhaus) und besichtigte den Ort, ehe es mit einem historischen Zug zurück nach Cairns ging.

Dienstag, 27.Mai: Nach den vielen Tagen mit vollem Programm können wir heute einmal ausschlafen und eigenständig etwas unternehmen. Während die meisten Gruppenmitglieder beim Schnorcheln oder Rafting nochmal sehr aktiv sein wollen, mache ich einen ruhigeren Wandertag. Ich genieße es, einmal in absoluter Ruhe unterwegs zu sein und keine Zeiten und Zwänge beachten zu müssen. Zunächst schaue ich mir den wunderschönen Botanischen Garten von Cairns und den Gondwana Heritage Garden an, dann gehe ich am mt. Whitfield den Red arrow circuit (Rundweg). Auf etwa 150 meter Höhe genieße ich den Blick über Cairns, das Meer, den Mt. Whitfield und den Flughafen. Auf dem Weg begegnen mir Minikänguruhs, die im Unterholz wie Hasen wirken. Der Rückweg führt mich nochmnals durch den Botanischen Garten, über den Jungle Boordwalk (Holzbrettersteg durch den Regenwald) und am Centary Lake vorbei an den Strand. Von da an laufe ich den Strand entlang nach Cairns, gehe schwimmen und etwas einkaufen.

Mittwoch, 28.Mai: Heute mußten wir uns von Cairns verabschieden. Wir flogen nach Brisbane und wurden von dort mit dem Bus nach Harvey Bay gebracht. Dort erwartet uns erstmals heftiger Regen. Rund drei Stunden dauerte die Fahrt,- und erst kurz vor dem Ziel hörte der Regen endlich auf. Der Bus war leider eine
Zumutung- er war extrem unbequem und es regnete irgendwie überall rein. Die Rucksäcke waren sehr naß, als wir ausstiegen. Die Unterkunft war aber OK und groß genug, um alle Sachen auch wieder zu trocknen J. Mehr als ein kurzer Spaziergang auf der Prommenade und ein gemeinsammes Abendessen war zeitlich nicht mehr drin.

Donnerstag, 29.Mai : Fraser Island – welch ein Ziel! Mit der Fähre ging es auf die Insel. Wir besuchten heute v.a. zwei wunderschöne Seen. Statt vieler Worte, lasse ich hier einmal allein die Bilder sprechen!

Freitag, 30.Mai: Ich habe eine sehr stürmische Nacht erlebt - wettermäßig meine ich natürlich J - und entsprechend schlecht geschlafen. Der Blick aus dem Fenster ist aber umso besser. Durch die Palmen hindurch sehe ich die Sonne aufgehen und die Vögel zwitschern wie selten zuvor. Ein Dingo läuft übers Grundstück und begrüßt uns. Beim Frühstück sehen wir unzählige kleine Papageien im Baum nebenan. Dann startet die Sandsafari entlang der Küste. Ich gönne mir auch noch für 50 australische Dollar einen Rundflug über einen Teil der Insel.

Samstag, 31.Mai: Am dritten und lezten Tag auf Fraser Island machen wir eine tolle Wanderung über Sanddünen zum Lake Wabby und weiter auf einen Aussichtshügel oberhalb des Sees. Der Rückweg führt uns an eine andere Stelle des Strandes, wo unser Fahrer und Guide Allen uns wieder “aufgabelt”. Nach einem guten Mittagsessen fahren wir zurück zur Fähre und nach Harvey Bay.

Sonntag, 01.Juni: Wir fahren von Harvey Bay nach Brisbane. Bei Sonnenschein und klaren Busscheiben, sowie mehr Platz im Bus durch einen Gepäckanhänger, ist die Fahrt weit angenehmer, als der Hinweg. Die Landschaft errinnert sehr ans Allgäu. Den kurzen Flug Brisbane- Sydney kann ich sehr genießen, denn ich habe einen Fensterplatz und der Landeanflug führt uns direkt über Sydney und das Opernhaus hinweg. Wir besichtigen gemeinsam einen Teil der Stadt. Als wir uns zum Abendessen setzten wollen, beginnt ein Feuerwerk. Toll,- was Wikingerreisen da für uns so alles zu bieten hat J: Zum Abschluß des Tages besuchen wir natürlich einige der Pubs mit Livemusik in “The Rocks”- dem alten Viertel am Hafen.

Montag, 02. Juni: Heute machen wir eine Tour durch den Botanischen Garten und setzen unsere Stadtbesichtigung fort. Auch hier sprechen Bilder mehr als viele Worte. Ein Tipp aber noch: Musik, T-Shirts oder sonstige Andenken an Australien, sollte man in Großstädten wie Sydney kaufen und nicht in anderen Regionen (z.B. an Ayers Rock), denn hier kostet es alles etwa nur halb soviel.

Dienstag, 03. Juni: Ausflug mit dem Zug in die Blue Mountains. So langsam neigt sich der Urlaub dem Ende zu und die Motivation, viel aufzuschreiben, sinkt immer mehr. Die Uhr läßt sich aber leider nicht zurückdrehen, die Zeit nicht “festhalten”. Ich habe jedoch alle Eindrücke ganz fest im Herzen gespeichert. Nach Katumba z.b. möchte ich alleine schon wegen der tollen Felsen nochmal kommen. Hoffentlich läßt sich das irgendwann realisieren. Aus diesem Grunde habe ich auch Prospekte von Kletterschulen etc. aufgehoben.

Mittwoch, 04. Juni: Etwa 24 Stunden dauert die Rückreise. Da der Flug in Sydney am früher Nachmittag startet und wir in Deutschland wieder in den Tagesablauf kommen wollen, bin ich zwei Tage fast durchgehend auf. Die Landung erfolgt Donnerstag früh um 6 Uhr ( = 8 Stunden Zeitverschiebung). Ein anstrengendes Ende eines tollen Urlaubs.
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Bouldern (Bild von Thomas)
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Bouldern (Bild von Thomas)
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Devils Marbels
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Fraser Island
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In den Blue Mountains (nördl. von Sydney)
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In Sydney
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Pelikane in Cairns
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Riesenbaum
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Sydney bei Nacht
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Termintenhügel
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Uluru / Ayers Rock
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