Lage und Größe der alten Hauptpost kann man über diese Links genauer betrachten: Auf www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/43426#78545 kann man die Gegend rund um die Post in Bildern von damals und heute erkunden. Eine super Sache! Einen alten Stadtplan findet man hier: www.landkartenarchiv.de/dux_stadtplan_koeln_1925.htm
Die Größe ist auf dem Stadtplan von 1925 gut zu erkennen. Der gesamte Postkomplex befand sich zwischen Marzellenstr. und Stolkgasse, sowie zwischen An den Dominikanern und Ursulastr. - also ein riesiges Gebäude!! Das alte Hauptpostamt in Köln war ein neugotischer Gebäudekomplex aus dem Jahr 1892, der 1943 fast zur Gänze ausgebrannt ist. 1945 konnte der Postbetrieb wieder aufgenommen werden, das Gebäude wurde vereinfacht wieder aufgebaut. Doch seit Beginn der neunziger Jahre wurden die Funktionen immer mehr ausgelagert, und am 11.2.1998 begannen dann die Abrissarbeiten. Der Denkmalschutz hatte nichts einzuwenden, denn die Grundsubstanz des Gebäudes war zu stark verändert. Auf dem Gelände wurde eine Seniorenresidenz errichtet.
Der Tunnel zwischen Köln HBF und dem ehemaligen Postgebäude an der Stolkgasse ist nicht nur ein beliebter Besichtigungspunkt bei unseren Führungen, sondern auch gelegentlicher Anlass für externe Anfragen an uns. Aus diesem Grunde haben wir selbst einmal etwas recherchiert und Ihnen hier einige Informationen zusammen getragen. Grundlagen aller Entwicklungen waren 3 Verträge zwischen Reichsbahn, Stadt Köln und Postdirektion vom 29.9.1892, vom 22.11.1894 und 20/25.4.1912. Der Umbau des "Centralbahnhofes" von 1859 zum späteren Hauptbahnhof (Fertigstellung 1894) bedingte den Bau eines neuen Beförderungsweges für den Postverladedienst zum Postamt, welches zunächst in der Marzellenstrasse war. Erstmals erwähnt wird eine solche Planung in einem Bericht der Oberpostdirektion vom 12.2.1884. Jahre später kam es dann zu den Verträgen über den Tunnelbau, der bereits im Jahr 1892 begann. Als Tag der Fertigstellung wird der 1.10.1893 angegeben. Die Kosten der ersten Baustufe betrugen damals 159.557 Reichsmark. Eine zunächst angedachte oberirdische Gleisverbindung zur Post wurde wohl auf Druck des Jesuitenklosters nicht realisiert. Aus dem Kloster wurde später das Generalvikariat und die Kirche heißt heute St.Maria Himmelfahrt. (Siehe auch die Unterseite dazu.) Im Zuge der Um- und Erweiterungsbauten der Postgebäude in den Jahren 1929-1932 wurde der Tunnel von der Marzellenstrasse zum neuen Komplex zwischen Postprivatstraße und Stolkgasse verlängert. Der Tunnelausgang Marzellenstrasse wurde nicht genutzt und deshalb abgetrennt.
Wer den Tunnel heute sieht, erkennt, dass er natürlich nicht mehr im Zustand von 1932 ist, sondern immer wieder mal renoviert und modernisiert wurde. Eine größere Baumaßnahme fand in der 60er Jahren statt, als die neuen Aufzüge zu den Gepäckbahnsteigen eingebaut wurden.
1997 verabschiedete sich die Deutsche Post als Eigentümer aus dem alten Postgebäude Stolkgasse. Der Umzug der auf sieben Standorte in Köln verteilten Kunsthochschule für Medien (KMH) in die leerstehende alte Hauptpost wurde deshalb diskutiert, stieß bei der Kölner Verwaltungsspitze jedoch nicht auf Gegenliebe. Auf der GRÜNEN- Internetseite ist in einem Bericht aus 1997 zu lesen, "der Standort sei ideal. Der Standort bietet der Hochschule langfristige sichere Entwicklungsperspektiven. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Medien- und Kulturszene in Köln und in NRW halten die GRÜNEN die Realisierung für vorrangig. Die Nähe zum WDR und zu anderen Medieninstitutionen sowie die enge verkehrliche Anbindung an den Hauptbahnhof und ÖPNV bieten große Vorteile auch für die Stadt. Nicht allein Bistro, Cafeteria und öffentliche Veranstaltungen im Hochschulgebäude tragen dazu bei. Gerade das Vorhaben, den alten Posttunnel zum Hauptbahnhof als Verbindung zum ehemaligen Bahnhofskino (AKI) zu reaktivieren und das stillgelegte Kino im HBF wieder für öffentliche Film- und andere Veranstaltungen der KMH zu nutzen, führt auch zu einer positiven Beeinflussung des Bahnhofs und seines Umfeldes. Wissenschafts-, Finanz- und Bauministerium stehen dem Projekt auch finanziell positiv gegenüber."
Es kam jedoch anders! Das Postgebäude wird nun von einer Immobilienfirma betrieben. Postdienststellen und Bereiche der Deutschen Bahn sind Mieter. Im alten Postlager wurde das Logistikzentrum Köln für den DB Fernverkehr eingerichtet, welches früher seinen Platz unter Gleis 10/11 hatte! Durch den Tunnel werden heute regelmäßig die Züge mit Waren aller Art (v.a. natürlich Lebensmittel) beliefert. Mittels Aufzügen gelangen die Transportwagen auf die Gepäckbahnsteige. Während die Kunden an den normalen Bahnsteigen ein - und aussteigen, werden die Züge vom Gepäckbahnsteig aus versorgt. Die Post transportiert Brief und Pakete nicht mehr durch den Tunnel zum HBF, sondern fährt diese mittels LKW durch ganz Deutschland. Nach dem Einzug der DB (zunächst unter dem Namen Mitropa) vor dem großen Bahnhofsumbau ins Postgebäude wurde die Haustechnik erneut modernisiert. Zuletzt wurde die Sicherheits- und Lüftungstechnik nochmals komplett erneuert und es fanden Malerarbeiten statt. Nun werden strengste Sicherheitsanforderungen erfüllt. Erstellt von G.Schmitz
In dem Text wird das AKI Kino erwähnt. Wir haben mal geschaut, was das wohl war. Als Aktualitätenkino (AKI) oder Wochenschaukinos etc. wurden Kinos bezeichnet, die meist in Bahnhöfen oder Bahnhofnähe oder anderen, stark frequentierten Lokalitäten untergebracht waren und in ständiger Wiederholung eine 50 Minuten lange Zusammenstellung aus Beiträgen verschiedener Wochenschauen, ein bis zwei Kulturfilmen und einem Zeichentrick- oder Slapstickfilm zeigten. Es gab diese Kinogattung von 1929 bis etwa 1968. Das Bild unten zeigt das Kino, welches 1951 in Köln HBF eröffnet wurde. Mehr Infos dazu unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Aktualit%C3%A4tenkino und http://www.filmmuseum-hamburg.de/642.html
|  | | | | Unter der Marzellenstrasse geht es her | | | |
| | | Rechts ist ein Gepäckbahnsteig zu sehen | | | |
| | | Im Hintergrund ein Aufzug zumTunnel! | | | |
| | | Im Tunnel | | | |
| | | Auf einem Elektrokarren | | | |
| | | Im Kühlraum | | | |
| | | Minus 18 Grad im Kühlhaus | | | |
| | | Es ist zubereitet | | | |
| | | Im Lager | | | |
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